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Gemäldegalerie

Die Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums verdankt ihre Entstehung und ihre Eigentümlichkeiten einer Reihe von großen Sammlerpersönlichkeiten des Hauses Habsburg. Sie hat sich bis heute den Charakter einer fürstlichen Privatsammlung bewahrt.
Dementsprechend gut kann anhand des Bestandes die Geschichte der Habsburger und ihres Reiches nachvollzogen werden: Länder, über die sie lange Zeit herrschten, sind durch besonders viele Bilder vertreten. So bildet die Kunst aus den Gebieten des Heiligen Römischen Reiches, der Südlichen Niederlande und Norditaliens ebenso einen Sammlungsschwerpunkt wie diejenige der italienischen und spanischen Zentren der Barockmalerei (Bologna, Neapel, Florenz, Venedig und Madrid). Im Unterschied dazu besitzt die Galerie kaum französische und englische sowie nur wenige holländische Bilder. Zeitlich reicht der Bestand vom 15. bis zum späten 18. Jahrhundert.
Zu den für die Galerie wichtigsten habsburgischen Sammlern zählten Erzherzog Ferdinand II. von Tirol (1529 – 1595), der den Grundstein zur großen Porträtsammlung legte und eine Sammlung von an die 1200 Bildnisminiaturen besaß, sowie Kaiser Rudolf II. (1552 – 1612), dem wir unter anderem den Großteil des Dürer-Bestands, die von seinem Bruder Erzherzog Ernst (1553 – 1595) übernommene Bruegel-Sammlung und zahlreiche Werke italienischer Manieristen, unter ihnen solche von Correggio und Parmigianino, verdanken. Die Sammlung Erzherzog Leopold Wilhelms (1614 – 1662), des Bruders von Kaiser Ferdinand III. (1608 – 1657), umfasste an die 1400 Bilder; der Erzherzog erwarb sie vor allem während seiner Statthalterschaft in den Spanischen Niederlanden. Sie bildet noch heute einen wesentlichen Grundstock der Wiener Galerie. Kaiser Karl VI. (1685 – 1740) ließ sie nach dekorativen barocken Prinzipien in der Stallburg neu aufstellen; unter Kaiserin Maria Theresia (1717 – 1780) und Kaiser Joseph II. (1741 – 1790) wurde sie, nach der Erwerbung besonders großformatiger Bilder von Rubens, in das Obere Belvedere transferiert und dort als eine der ersten Gemäldegalerien Europas in einer Ordnung nach didaktischen Prinzipien präsentiert. Kaiser Franz Josef I. (1830 – 1916) veranlasste im späten 19. Jahrhundert den Bau des Kunsthistorischen Museums und die Neuaufstellung der Galerie in dessen Hauptgeschoss, wo sie sich noch heute befindet.


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