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Die Tapisseriensammlung des kunsthistorischen museums

Im Hinblick auf ihre Reichhaltigkeit und künstlerische Bedeutung kann die Tapisseriensammlung des Kunsthistorischen Museums als eine der prächtigsten ihrer Art bezeichnet werden. Nach dem Bestand im königlichen Schloss in Madrid, neben jenem des Mobilier National in Paris und dem ehemals mediceischen Besitz in Florenz gehört sie zu den bedeutendsten Sammlungen der Welt. So wie die Madrider Kollektion aus dem Gardemeuble der spanischen und die Pariser aus jenem der französischen Krone erwuchs, ist auch die Tapisseriensammlung des österreichischen Staates aus dem Besitz von dessen ehemaligem Herrscherhaus hervorgegangen. Sie wurde dem Kunsthistorischen Museum nach dem Zusammenbruch der Monarchie angegliedert.
Die kostbaren Ausstattungsstücke dienten ursprünglich dazu, einzelne Räume der Residenzen zu besonderen, feierlichen Anlässen zu schmücken. Sie fungierten zudem als begehrte Mitgift für die Erzherzoginnen und fanden als Gastgeschenke oder Belohnung für hochgestellte Persönlichkeiten Verwendung.
Trotz ihrer zumeist monumentalen Ausmaße sind diese aus Wolle und Seide, bisweilen auch unter Verwendung von Metallfäden hergestellten Tapisserien äußerst fragile Kunstobjekte. Schon von jeher waren sie daher nicht für eine dauerhafte Präsentation vorgesehen. So wird noch heute der reiche Bestand von etwa 800 Tapisserien der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums nicht ständig präsentiert.
Die überaus qualitätvollen Wandbehänge, die zumeist als Serien angefertigt wurden, stammen vornehmlich aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Es finden sich unter ihnen so bedeutende Tapisserienserien wie etwa die „Triumphzüge nach Petrarca“ (Frankreich, Anfang 16. Jahrhundert), die für Franz I. von Frankreich in Fontainebleau gewirkten Tapisserien mit mythologischen Darstellungen (1540–1550), die „Szenen aus dem Landleben“ nach Entwürfen von Jacob Jordaens (Brüssel, 2. Viertel des 17. Jahrhunderts) und der von Kaiser Karl VI. in Auftrag gegebene „Feldzug Kaiser Karls V. nach Tunis“ (Brüssel, 1712–1721) nach den originalen Kartons von Jan Cornelisz. Vermeyen aus dem 16. Jahrhundert. Alle diese Stücke zeugen vom Glanz und Reichtum wie auch von der hohen Qualität der Wiener Tapisseriensammlung.


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