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Münzkabinett

Das Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums geht in seinen Ursprüngen auf die Sammlertätigkeit der Habsburger zurück, unter denen vor allem Kaiser Maximilian I. (1459 – 1519) und sein Enkel Kaiser Ferdinand I. (1506 – 1564) sowie dessen Sohn Erzherzog Ferdinand von Tirol (1529 – 1595) in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle spielten. Das älteste erhaltene Inventar wurde unter Ferdinand I. im Jahre 1547 von seinem Kämmerer Leopold Heyperger angelegt: 1567 fast ausschließlich römische Münzen sind darin verzeichnet. Kaiser Rudolf II., der seine Residenzstadt Prag zu einem Zentrum des kulturellen Lebens machte und ein bedeutender Mäzen war, bereicherte die Bestände der habsburgischen Münzsammlung und zeigte sich auch als großer Förderer der Medaillenkunst. Kaiser Karl VI. (1685 – 1740) ernannte den schwedischen Gelehrten Carl Gustav Heraeus zum ersten Medaillen- und Antiquitäten Inspector. Die besondere Vorliebe dieses Kaisers für antike Münzen ist aus seiner „Nummothek“, einem in Buchform angelegten „Münzkabinett“, ersichtlich. Kaiser Franz I. Stephan (1708 – 1765), der Gemahl Maria Theresias, berief den hochbegabten Autodidakten Valentin Jameray-Duval nach Wien, um seine bedeutende Sammlung neuzeitlicher Münzen aus den verschiedensten Ländern ordnen und vor allem auch erweitern zu lassen. Nach dem Tod des Lothringers (1765) erfolgte die Vereinigung des modernen Münz-Cabinets mit dem inzwischen bedeutend angewachsenen Bestand im Besitz der Habsburger.
1774 wurde der Jesuitenpater Joseph Hilarius Eckhel (geboren 1732 im niederösterreichischen Enzesfeld) unter Duvals Oberleitung zum Direktor des antiken Münzkabinetts ernannt. Der heute noch weltbekannte Gelehrte veröffentlichte nicht nur die antiken Münzen der kaiserlichen Sammlung, sondern schuf mit seiner Schrift Doctrina Nummorum Veterum auch eine Grundlage für die wissenschaftliche Numismatik. Bedeutende Wissenschaftler waren in der Folge an dem nach Eckhels Tod (1798) so genannten Münz- und Antiken Cabinet tätig; sie beschäftigten sich vor allem mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung und der Erweiterung dieser kaiserlichen Bestände. Ab dem Jahre 1891 wurden die bis dahin auf verschiedenste Orte verteilten Sammlungen im Kunsthistorischen Museum vereint. Bis 1899 war das Münz- und Antikenkabinett in Räumen des Hochparterres untergebracht; 1899 übersiedelte die ab 1. Jänner 1900 von der Antikensammlung getrennte und Münzkabinett genannte Sammlung in den 2. Stock des Hauses.
Derzeit umfasst sie über 700.000 numismatische Objekte, von Münzen, Medaillen und Papiergeld über Orden, Ehrenzeichen und Abzeichen bis hin zu Wertpapieren und Kreditkarten. In Hinblick auf Anzahl und Bedeutung der Bestände zählt das Wiener Münzkabinett zu den fünf wichtigsten numismatischen Sammlungen der Welt.
Ausgewählt für die vorliegende Präsentation wurden einerseits Bestände, mit denen sich aktuelle Forschungsprojekte des Münzkabinetts befassen, so vor allem Münzen und Medaillen des ungarischen Mittelalters sowie Goldmedaillen des österreichischen Barock, und andererseits werden hier repräsentative Stücke aus der gesamten Schausammlung vorgestellt.
Die angegebene Systematik der Katalogeinträge richtet sich nach einer im Entstehen begriffenen Systematik der gesamten europäischen Münzprägung der Neuzeit. Siehe: Bernhard Prokisch, Grunddaten zur europäischen Münzprägung der Neuzeit ca. 1500 - 1990. Münzstände, Prägeberechtigte, Prägezeiten, Münzstätten, Kurzbibliographie. Versuch einer Abfolgeordnung (Wien 1993).


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